Aufgeweichte Weiden, Paddocks voller Matsch, Fesselbeugen, die kaum noch trocknen … 🌧️ Sobald der Herbst beginnt, taucht im Stall ein gefürchteter Gast wieder auf: Mauke. Krusten, verklebte Haare, wunde Haut und manchmal sogar Lahmheit – diese Hauterkrankung kann Ihrem Pferd (und Ihnen!) den Winter schnell vermiesen.
Die gute Nachricht: Wird Mauke früh erkannt, lässt sie sich gut behandeln – und vor allem lässt sich ihr vorbeugen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Mauke genau ist, woran Sie sie erkennen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und mit welchen Gewohnheiten die Fesselbeugen bis zum Frühling gesund bleiben 🐴
Das Wichtigste in 30 Sekunden 🔥
Mauke, auch Fesselbeugendermatitis genannt, ist eine Entzündung der Haut an den Pferdebeinen. Häufig hängt sie mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis zusammen; dann spricht man von Dermatophilose. Sie entsteht, wenn die Haut über längere Zeit feucht und schlammig bleibt.
- Symptome: Krusten, büschelweise ausfallende Haare, gerötete oder nässende Haut und eine geschwollene Fesselbeuge.
- Behandlung: mit einer antiseptischen Seife waschen, Krusten aufweichen und entfernen, gründlich trocknen, eine geeignete Creme auftragen, das Pferd trocken halten und die Haare kürzen.
- Vorbeugung: Schlamm möglichst meiden, die Beine nach dem Weidegang trocknen, eine Schutzcreme auftragen und die Fesselbeugen täglich kontrollieren.
- Tierarzt: unbedingt hinzuziehen bei Lahmheit, einem stark geschwollenen Bein, Fieber oder wenn nach etwa zehn Tagen keine Besserung eintritt.
Was ist Mauke beim Pferd?
Mauke ist eine Entzündung der Haut in der Fesselbeuge – also an der Rückseite der Fessel zwischen Fesselgelenk und Huf. In fortgeschrittenen Fällen kann sie sich bis zum Röhrbein ausbreiten. Trotz ihres Namens hat sie nichts mit der „klassischen“ Räude durch Milben zu tun. Entscheidend ist vielmehr eine Haut, die durch Feuchtigkeit geschwächt wurde. 💧
Mauke wird auch Fesselekzem oder, auf Englisch, mud fever genannt. All diese Bezeichnungen beschreiben ein Krankheitsbild mit verschiedenen Ursachen und nicht eine einzige Krankheit.
Mauke und Dermatophilose beim Pferd: Was ist der Unterschied?
Dermatophilose ist eine Hautinfektion durch das Bakterium Dermatophilus congolensis. Sie ist die häufigste mit Mauke verbundene Ursache, aber nicht die einzige. Hinter ähnlichen Krusten können auch stecken:
- andere Bakterien, insbesondere Staphylokokken, die kleine Hautverletzungen nutzen;
- Pilze (Dermatophyten);
- Milben der Gattung Chorioptes, besonders bei Pferden mit starkem Fesselbehang;
- eine Lichtempfindlichkeit der Haut, die vor allem weiße Abzeichen an den Beinen mit ihrer rosa Haut betrifft.
Dermatophilose entwickelt sich beim Pferd, wenn die Haut dauerhaft durchnässt ist: Das Bakterium kommt in der Umgebung und mitunter auch auf der Haut gesunder Pferde vor. Eine aufgeweichte Hautbarriere erleichtert ihm das Eindringen. Daher der Zusammenhang mit Mauke: Der Schlamm ist nicht die unmittelbare Ursache, schafft aber ideale Bedingungen.
Warum hat mein Pferd Mauke? 🤔
Mauke entsteht, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Der wichtigste: Die Haut bleibt zu lange feucht. Diese Umstände begünstigen Mauke.
Schlamm an den Fesselbeugen und anhaltende Feuchtigkeit
Das ist der wichtigste Faktor. Steht ein Pferd den ganzen Tag auf einem schlammigen Paddock, einer durchnässten Weide oder feuchter Einstreu, bleiben seine Fesselbeugen ständig nass. Die Haut weicht auf, bekommt Risse und Bakterien können eindringen. Auch Schlamm, der an den Haaren trocknet, bildet eine raue Kruste, die bei jedem Schritt an der Haut reibt.
Reibung und kleine Hautverletzungen
Hohes, nasses Gras – Stichwort Morgentau –, Stoppeln, steiniger Boden oder schlecht sitzende Gamaschen können winzige, unsichtbare Verletzungen verursachen. Jede davon kann zur Eintrittspforte für eine Infektion werden.
Welche Pferde besonders gefährdet sind
Manche Pferde sind anfälliger als andere:
- Pferde mit weißen Abzeichen an den Beinen: Die rosa, schwächer pigmentierte Haut ist empfindlicher.
-
Pferde mit starkem Fesselbehang (Kaltblüter, Cobs, Friesen …): Der Behang hält Feuchtigkeit zurück und verdeckt beginnende Hautveränderungen.
- Pferde mit geschwächtem Immunsystem: etwa durch Alter, Krankheit, Parasitenbefall oder Nährstoffmangel.
Pflegefehler, die Mauke verschlimmern
Manchmal bewirkt gut gemeinte Pflege das Gegenteil.
❌ Wer die Beine jeden Abend abspritzt, ohne sie abzutrocknen, hält die Haut feucht.
❌ Wer die Haare unmittelbar vor einer Regenperiode zu kurz schert, setzt die Haut der Nässe aus
❌ Wer Bürsten und Handtücher für mehrere Pferde verwendet, kann Bakterien übertragen.
Woran erkennt man Mauke?
Mauke lässt sich oft ertasten, bevor sie sichtbar wird. Gewöhnen Sie sich an, beim Putzen über die Rückseite der Fesselbeugen zu streichen: Dort beginnt sie meist. 👀
Die ersten Anzeichen
- Abstehende oder verklebte Haare, die kleine Büschel bilden.
- Kleine Krusten, die sich ertasten lassen, unter dem Fesselbehang aber manchmal nicht zu sehen sind.
- Leicht gerötete, empfindliche Haut: Das Pferd zieht den Huf weg, wenn Sie die Stelle berühren.
Anzeichen einer fortgeschrittenen Mauke
- Dicke, graue Krusten, die sich zusammen mit den Haaren lösen und darunter rote, feuchte Haut freilegen – die typischen „Pinsel“.
- Gelbliches Nässen oder Hautrisse in der Fesselbeuge.
- Eine warme, geschwollene Fesselbeuge; die Schwellung kann bis zum Röhrbein reichen.
- Deutliche Schmerzen, möglicherweise sogar Lahmheit.
Die Hinterbeine sind oft stärker betroffen als die Vorderbeine, weiße Beine häufiger als dunkle.
Mauke oder etwas anderes?
Manche Erkrankungen sehen Mauke sehr ähnlich: eine Vaskulitis der Fesselbeuge, die oft auf weiße Abzeichen beschränkt ist und sich durch Sonne verschlimmert, Räudemilbenbefall mit starkem Juckreiz und Stampfen oder auch Hautpilz. Wenn Sie unsicher sind oder die Hautveränderungen nicht zur obigen Beschreibung passen, kann nur Ihr Tierarzt eine genaue Diagnose stellen – manchmal mithilfe einer Hautprobe.
Wie behandelt man Mauke?
Eine gute Behandlung von Mauke beruht auf drei Grundsätzen: reinigen, Keime reduzieren und trocken halten. Eine Creme allein reicht nicht, wenn das Pferd am nächsten Tag wieder im Schlamm steht. So gehen Sie am besten vor 🧴
Schritt 1: Das Pferd trocken unterbringen
Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Heilung. Stellen Sie Ihr Pferd nach Möglichkeit sauber und trocken unter oder bringen Sie es für die Dauer der Behandlung auf eine weniger schlammige Fläche. Sonst verlieren die weiteren Schritte einen großen Teil ihrer Wirkung.
Schritt 2: Die betroffene Stelle freilegen
Kürzen Sie die Haare um die betroffenen Stellen vorsichtig mit einer Schere oder einem kleinen Trimmer. So sehen Sie, wie weit sich die Krusten ausgebreitet haben, können die Haut besser reinigen und Pflegeprodukte gezielt auftragen. Bei Pferden mit Fesselbehang macht dieser Schritt einen großen Unterschied.
Schritt 3: Mit einer milden antiseptischen Seife waschen
Waschen Sie die Stelle mit lauwarmem Wasser und einer geeigneten Seife und massieren Sie sie dabei sanft. Lassen Sie die Seife einige Minuten einwirken, damit die Krusten aufweichen. Spülen Sie anschließend gründlich nach: Seifenreste können die Haut reizen.
Schritt 4: Krusten behutsam entfernen
Die Krusten bieten Bakterien einen Nährboden und sollten deshalb entfernt werden – aber niemals trocken oder mit Gewalt. Sobald sie aufgeweicht sind, lassen sie sich leicht mit den Fingern lösen. Wenn sie noch fest sitzen, tragen Sie am Vorabend eine rückfettende Creme auf und versuchen Sie es am nächsten Tag erneut. Wer fest haftende Krusten abreißt, verletzt die Haut und fügt dem Pferd Schmerzen zu. Dadurch könnte es sich später gegen die Pflege wehren.
Schritt 5: Gründlich trocknen
Tupfen Sie die Haut mit einem sauberen Handtuch trocken – eines pro Pferd, das Sie nach jeder Verwendung waschen – und lassen Sie sie anschließend an der Luft trocknen. Bevor Sie ein Pflegeprodukt auftragen, muss die Haut vollständig trocken sein.
Schritt 6: Ein geeignetes Pflegeprodukt auftragen
Hier kommen gezielte Pflegeprodukte ins Spiel. Das ist unsere Auswahl von OHLALA:
- Zur Beruhigung und Pflege der Haut: die beruhigende Mauke-Creme GDB von Nacricare. Sie wird in Frankreich hergestellt und vereint Sheabutter, marine Biopolymere, Salbei, Hagebuttenöl und Gewürznelke. Ein bewährtes Produkt, das bei unseren Kundinnen und Kunden sehr beliebt ist.
- Zur Unterstützung der Hautregeneration: die regenerierende Salbe Paskagal von Paskacheval, eine emulgierte Salbe für Pferdebeine, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Sie unterstützt die Regeneration der Haut und hilft, Juckreiz zu lindern.
- Für verdickte und schwer erreichbare Stellen: das Mud Defense Silver Honey Spray von Absorbine, entwickelt für Fesselbeugen und Ballen bei feuchten Bedingungen. Es vereint Manuka-Honig und MicroSilver BG® und lässt sich ohne Berührung auftragen – besonders praktisch bei empfindlichen Pferden. 🍯
Wiederholen Sie die Pflege einmal täglich und reinigen Sie die Haut vor jedem Auftragen behutsam. Bei leichter Mauke, die früh behandelt wird, dauert es meist ein bis zwei Wochen.
Und was ist mit Ergänzungsfuttermitteln?
Gesunde Haut wird auch von innen gestärkt. Ergänzend zur äußeren Pflege können gezielt zugeführte Nährstoffe wie Zink, Kupfer, Biotin und Fettsäuren die Haut von Pferden unterstützen, die immer wieder Mauke bekommen. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Zusammensetzung geeignet ist – zum Beispiel aus unserem Sortiment an Ergänzungsfuttermitteln
Wie lässt sich Mauke den ganzen Winter über vorbeugen?
Am besten ist Mauke, die gar nicht erst entsteht! 😉 Schon mit einfachen Maßnahmen können Sie vorbeugen – am besten, sobald im Herbst der erste Regen kommt.
Weide und Paddock trocken und trittsicher gestalten
- Wechseln Sie die genutzten Weideflächen, damit nicht immer dieselbe Stelle zum Schlammloch wird.
- Befestigen Sie stark beanspruchte Stellen wie den Weideeingang und die Bereiche um Tränke und Raufe mit Hackschnitzeln, Kies oder Bodenplatten.
- Bieten Sie Ihrem Pferd einen Unterstand oder eine erhöhte Fläche, auf der es trocken stehen kann.
- Halten Sie im Stall die Einstreu sauber und trocken: Entfernen Sie feuchte Stellen täglich.
Eine Schutzcreme auftragen
Bei Pferden, die zu Mauke neigen, kann eine Schutzcreme auf sauberen, trockenen Beinen vor dem Weidegang den direkten Kontakt der Haut mit Schlamm verringern. Die Fesselbeugen-Schutzcreme Nacrimud von Nacricare bildet dank Zinkoxid und Lanolin einen Schutzfilm und pflegt zugleich die Haut. Tragen Sie sie großzügig in der Fesselbeuge auf. 🛡️
Fesselbehang scheren oder stehen lassen?
Darüber wird im Stall heiß diskutiert! Fesselbehang schützt die Haut von Natur aus vor Regen, hält aber auch Feuchtigkeit zurück und verdeckt Hautveränderungen. Unser Rat: Bei einem gesunden Pferd lassen Sie ihn stehen und kürzen ihn höchstens etwas. Hatte Ihr Pferd schon Mauke, erleichtert ein leichtes Scheren die Kontrolle und Pflege.
Auf gute Hygiene achten
- Für jedes Pferd eine eigene Bürste und ein eigenes Handtuch.
- Saubere, trockene Gamaschen und Bandagen, die nie feucht am Pferd bleiben.
- Die Fesselbeugen täglich kontrollieren.
- Eine ausgewogene Fütterung und regelmäßige Entwurmung unterstützen Haut und Immunsystem.
Wann sollten Sie den Tierarzt rufen?
Leichte Mauke lässt sich gut im Stall versorgen. Bei manchen Anzeichen sollten Sie jedoch umgehend zum Telefon greifen 📞:
- Lahmheit, auch wenn sie nur leicht ist.
- Ein stark geschwollenes, warmes Bein, bei dem die Schwellung über das Fesselgelenk hinausreicht.
- Fieber oder ein mattes Pferd, das weniger frisst.
- Großflächige, tiefe oder blutende Hautveränderungen.
- Keine Besserung nach 7 bis 10 Tagen sorgfältiger Pflege.
- Wiederholte Rückfälle trotz guter Vorbeugung.
In solchen Fällen kann sich die Infektion auf das Gewebe unter der Haut ausbreiten. Ihr Tierarzt kann eine Probe nehmen, um die genaue Ursache festzustellen, und bei Bedarf eine passende Behandlung mit Antibiotika oder Mitteln gegen Parasiten verordnen. Die äußerliche Pflege bleibt eine wertvolle Ergänzung – führen Sie sie nach tierärztlicher Anweisung fort.
FAQ: Ihre Fragen rund um Mauke
Ist Mauke ansteckend?
Selten, aber ja: Eine Übertragung ist möglich. Das Bakterium Dermatophilus congolensis kann über gemeinsam genutzte Bürsten, Handtücher oder Gamaschen von einem Pferd zum anderen gelangen. Verwenden Sie für das betroffene Pferd eigene Utensilien und waschen Sie sich nach der Pflege die Hände.
Kann man ein Pferd mit Mauke reiten?
Ja, wenn die Mauke leicht ist und das Pferd nicht lahmt. Meiden Sie schlammigen Boden, legen Sie über offene Hautstellen keine Gamaschen oder Bandagen und reinigen Sie die Beine nach dem Reiten. Bei Lahmheit oder Schwellungen sollten Sie das Pferd schonen und tierärztlichen Rat einholen.
Wie lange dauert die Behandlung von Mauke?
Bei leichter Mauke, die früh behandelt wird und wenn das Pferd trocken steht, dauert es meist ein bis zwei Wochen. Hartnäckige oder komplizierte Fälle können mehrere Wochen und tierärztliche Begleitung erfordern.
Sollte man Mauke-Krusten entfernen?
Ja, denn unter den Krusten können sich Bakterien halten. Weichen Sie die Krusten aber immer zuerst auf – mit lauwarmem Wasser oder einer rückfettenden Creme – und entfernen Sie sie behutsam. Reißen Sie sie niemals trocken ab.
Tritt Mauke nur im Winter auf?
Nein. Mauke tritt zwar häufiger im Herbst und Winter auf, kann aber auch im Frühling oder Sommer entstehen – etwa durch Morgentau, feuchte Weiden oder häufiges Abduschen ohne gründliches Abtrocknen.
Was ist der Unterschied zwischen Mauke und Dermatophilose?
Mauke bezeichnet verschiedene feuchtigkeitsbedingte Hautveränderungen in der Fesselbeuge. Dermatophilose ist eine Infektion mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis und die häufigste Ursache dafür. Eine Dermatophilose in der Fesselbeuge ist also eine Form von Mauke – aber nicht jede Mauke ist eine Dermatophilose.
Gesunde Fesselbeugen den ganzen Winter über – das geht!
Mauke muss nicht sein. Wenn Sie beim Putzen aufmerksam sind, nach dem Weidegang richtig handeln und schon bei den ersten Krusten mit der Pflege beginnen, kommt Ihr Pferd mit (fast) trockenen Fesseln durch den Winter. 🍂
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